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Open Call 2023

Die Gewinner:innen sind gewählt.

Wir freuen uns, die fünf Gewinnerprojekte bekannt geben zu können und gratulieren den Gewinnern:innen des diesjährigen Open Call zum Thema Synthese, die an unserer nächsten Ausgabe ab Ende Mai 2024 ausgestellt werden.

Wir bedanken uns bei der internationalen Fachjury, die jedes einzelne der 325, aus der ganzen Welt eingegangenen Portfolios mit grösstem Interesse und Sorgfalt geprüft hat: Sue Barr, Professorin für Architekturfotografie an der Hochschule für angewandte Wissenschaften München, Daniel Blochwitz, Kurator des Fotofestivals Lenzburg, Margherita Guerra, Gründungsdirektorin des Fotofestivals Lenzburg, Elisa Medde, unabhängige Kuratorin und Lars Willumeit, Kurator am Photo Elysée.

Wir möchten uns bei allen Fotografen:innen bedanken, die ihre Projekte eingereicht haben: Und auch wenn sie es nicht in die Endauswahl geschafft haben, hat uns die Gesamtqualität sehr beeindruckt.

Eine besondere Erwähnung geht an die Fotografen:innen der Shortlist, die nicht zu den Gewinnern:innen gehören, deren Projekte aus unserer Sicht aber dennoch exzellent und von bemerkenswerter Tiefe sind: Ismail Ferdous aus Bangladesh, Khashayar Javanmardi aus dem Iran, Lee-Marie Sadek aus Frankreich, Marjolein Blom aus Niederlanden, Melissa Grace Kreider aus den USA, Tomasz Kawecki aus Polen.

Gewinner des Jury Awards

Shine Heroes
Federico Estol, Uruguay

Über die letzten drei Jahren hat der uruguayische Künstler Federico Estol intensiv mit einer Gruppe von Schuhputzern zusammengearbeitet, die der Sozialbewegung Hormigón Armado angehören, die mit dem Ziel gegründet wurde, die Familien von Tausenden von Schuhputzern in La Paz und El Alto in Bolivien zu unterstützen. In Anlehnung an die Bildsprache von Comics und Grafikromanen sind die Schuhputzer durch die Linse von Estol keine Aussenseiter mehr, sondern vielmehr urbane Superhelden.

Dieses Projekt ist Teil des Bold and Talented Programms, das von der BAT Foundation unterstützt wird.

Gewinner

Microlight
Jansen van Staden, Südafrika

Nach dem Tod des Vaters entdeckte Jansen van Staden einen Brief seines Vaters, in dem dieser seinem Psychotherapeuten die Zeit als Wehrpflichtiger im südafrikanischen Grenzkrieg beschreibt. Diese Entdeckung lüftet erstmals den Schleier über unerzählte Geschichten und verborgene Dramen, die das Leben des Autors der Familie geprägt haben. Das daraus resultierende Fotoprojekt ist eine Reise in die Vergangenheit, um die geliebte Vaterfigur zu verstehen und zu rehabilitieren, aber auch um die Ungeheuerlichkeit von Ideen und Handlungen zu enthüllen, die ganze Generationen geprägt haben.

Dieses Projekt ist Teil des Bold and Talented Programms, das von der BAT Foundation unterstützt wird.

Gewinner der Künstlerresidenz

Protege Noctem (If darkness disappeared)
Mattia Balsamini, Italien

Geblendet von der Streuung von Milliarden künstlicher Lichter ist der Nachthimmel zu einem mattem Flickenteppich geworden, der an vergangene Zeiten erinnert: 83 % der Weltbevölkerung haben die Milchstrasse noch nie gesehen, 95 % der Sterne sind in den vielen Megastädten für das blosse Auge gar nicht mehr sichtbar. Künstliche Lichter überfluten das nächtliche Ökosystem und wirken sich negativ auf die Gesundheit von Mensch und Natur aus. Protege Noctem des italienischen Fotografen Mattia Balsamini dokumentiert die Allianz, die Wissenschaftler:innen und Bewohner:innen gebildet haben, um gegen das Verschwinden der Nacht und ihrer Lebewesen zu kämpfen.

Das Fotofestival freut sich, dank der grosszügigen Unterstützung der Ortsbürgergemeinde Lenzburg, Balsaminis Recherchen während der künstlerischen Residenz im Dezember in der Villa Müllerhaus um ein Schweizer Kapitel zu ergänzen.

Gewinner

Erased
Paulo Simão, Portugal

Brauchen wir neue Denkmäler und Formen des Gedenkens? Was soll man mit Denkmälern machen, die bereits im öffentlichen Raum stehen, die an historische Ereignisse, die in unserer Zeit anachronistisch wirken und die mit einer humanistischeren Vision der Gesellschaft im Widerspruch stehen? Der portugiesische Künstler Paulo Simão bearbeitet eine Auswahl an Bildern aus der US Library of Congress, um das Archiv neu zu ordnen und eine Serie zu entwickeln, die uns zum Nachdenken über die Validierung bestimmter Werte, Kenntnisse, historischer Ereignisse und kollektive Erinnerungen einlädt.

Dieses Projekt ist Teil des Bold and Talented Programms, das von der BAT Foundation unterstützt wird.

Gewinnerin

You Felt the Roots Grow
Sabine Hess, Schweiz

„Ich halte deine Hand und versuche vorsichtig, sie zu erfassen. Präge mir die Beschaffenheit deiner faltigen Haut ein, die Wärme deiner Berührung, die Art, wie sich deine Finger um meine legen.“

Die 28-jährige Schweizer Fotografin Sabine Hess begibt sich in ihrem Projekt „You Felt the Roots Grow“ auf eine Erkundung der unterschiedlichen Zyklen des Lebens. Das Projekt taucht ein in die emotionale Tiefe existentieller Themen wie Tod und Geburt, begegnet Zartbitterkeit von Vergänglichkeit, der melancholischen Poesie, die jedes Gefühl von Verlust durchdringt und der Unvollständigkeit der Erinnerung.