Über das Projekt
In Tinas Arbeit ist Nahrung lebendige Materie, mehr Versprechen als Nährstoff. Die Bilder entstehen aus streng konstruierten Sets und einer Postproduktion, die KI für das Hinzufügen einzelner Details einsetzt, ohne die Struktur der Aufnahme zu verändern, sodass das Artifizielle sichtbar wird und jene Werbeästhetik der 1960er und 1970er Jahre mit glänzenden Oberflächen, verstärkten Farben und makellosem Glück neu aktiviert wird.
Die Fülle verführt – und mit ihr die Konstruktion des Bildes selbst, die den Blick anzieht und zugleich ihren Mechanismus offenlegt. Sie wird zum Vokabular der Konsumgesellschaft, lädt ein, sich hinzugeben, weiter zu begehren. Dann entsteht ein Riss. Das Übermaß überschreitet das Maß und spannt die Ordnung, die es trägt. Perfektion lockt und zeigt sich als Konstruktion. Glück wird zur Performance, der Körper zum Maßstab, Nahrung zum Instrument zwischen Disziplin und Entgleiten. Anhäufung wird schwindelerregend. Wo endet das Begehren und wann beginnt es, seinen Geschmack zu verändern?
Biografie
Tina Sturzenegger ist Künstlerin, die Essen und Stillleben als Marker von Identität und Kontrolle erforscht. Ihre Arbeit zeigt die Struktur von Verlangen und Überfluss und die Spannung zwischen Idealen und dem Drang, Kontrolle zu verlieren.
Geplante Führungen
Samstag 09. Mai 2026
13.00 – 16.00 Uhr
Standort
Seetalplatz
Adresse
Bahnhofsstrasse
5600 Lenzburg
Öffnungszeiten
Open Air
immer zugänglich
