Design ohne Titel (14)

Elena bw

Über Elena Parris

Elena Parris ist in Luzern geboren und aufgewachsen.

Aktuell lebt und arbeitet die Künstlerin in Grosswangen. (Kt. Luzern), wo Sie seit neustem den Kunsthof, eine not urbane Plattform für Kunstschaffende, wie sie es nennt, iniziiert hat. Die „nu gallery“.

Anfangs interessierte Elena Parris sich für Zeichnen und Architektur, entdeckte jedoch schnell die Fotografie als künstlerisches Medium. 

Nach einem Exkurs in das Studium der Architektur verschreibt sie sich gänzlich der Fotografie als ihre grosse Leidenschaft. Sie studiert an der UDK Berlin bildende Kunst und arbeitet an der Seite verschiedener namhafter Fotografen unterschiedlichster Genres. 

Sie arbeitete für annabelle, Massiv, Amica, Faces, machte Kampagnen mit Marcus Schenkenberg und wurde an den Filmfestspielen in Cannes engagiert.

Während eines New York Aufenthaltes lernte sie June und Helmut Newton kennen,was für sie sehr prägend war.

Als freischaffende Fotografin zog sie sich vermehrt vom Spektrum der kommerziellen Fotografie zurück und entwickelt ein starkes Faible für eigene, neue Ausdrucksformen.

So etwa lancierte sie eine Plakatkampagne mit sozial-politischem Kodex, welche zensiert wurde. (the surprise collection)

Elena Parris hatte bereits im In – und Ausland zahlreiche Ausstellungen.

Text: Mathias Haehl

www.elenaparris.com / Exhibitions

Interview mit Elena Parris:

ffl: Letztes Jahr hast Du das Bild der Frau mit den Blumen an unseren Wettbewerb geschickt und es wurde ausgestellt. Sobald wir über das neue Thema nachgedacht haben, kam uns Dein Bild in den Sinn: perfekt für die vielen Bedeutungen, die es enthält. Erzähle bitte uns ein wenig, was dieses Bild für Dich darstellt und wie es entstanden ist. 

Elena Parris: Das Bild „when she was 31“ aus meinem Werk-Zyklus VIELSCHICHTIG, entstand letztes Jahr aus dem Blickwinkel der Dezimierung eines Gesichtes auf den Mund. Es ging mir darum, den Gesichtsausdruck fokussiert über den Mund zu charakterisieren. Jegliches Mehr wäre dabei als Ablenkung empfunden worden. Diese Akzentuierung hat mich sehr fasziniert, weil sie einerseits eine starke Intensität durch Reduktion darstellt, anderseits sich ebenso expressiv zeigt. Der prägende blumige Anteil unterstreicht die gewinnende und befreite Ausstrahlung der jungen Frau.

ffl: Was macht in deinen Augen die perfekte Fotografie, das perfekte Bild aus?

Elena Parris: Das perfekte Bild hat viele Facetten. Für mich gehören qualifizierte, beispielgebende und unvergleichliche Attribute dazu. Ich persönlich präferiere artistische und virtuose Fotografie. Ein Bild muss für mich fantastisch und ambrosisch wirken.
 
ffl: Die Masse an Bildern ist überwältigend und unsere Wahrnehmung wird immer mehr überfordert. Es droht ein Bedeutungsverlust der Fotografie. 
Ist die Fotografie, die dir Wert, Bedeutung und Wahrheit bringt, noch lebendig und möglich?
 
Elena Parris: Gerade in Anbetracht der Masse der heutigen Bilderflut und der damit verbundenen Ballung von Fotografen und Fotografiertem, erhält heute die auserlesene Fotografie eine noch nie dagewesene, hochwertige Bedeutsamkeit. Grundsätzlich ist zu unterscheiden, ob das Bild rein dokumentarischer Natur ist, also die Abbildung der Wirklichkeit, mehr oder weniger zeigt, oder ob der Autor ein Thema oder eine Geschichte aufgreift, und neu -  in seiner Sprache - inszeniert. Persönlich habe ich gerade wegen der heutigen Bilderflut und des Überangebotes an Bildmaterial, eine differenzierte Prämisse hinsichtlich der reinen Abbildung der Gegebenheit.